Erwachsene · Depression

Wenn alles schwer wird

Eine Depression ist keine Frage von Willenskraft. Sie ist eine häufige und gut behandelbare Erkrankung – und der erste Schritt ist oft der schwerste.

Mehr als eine schlechte Phase

Jeder Mensch kennt traurige Tage. Bei einer Depression halten Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebsmangel jedoch mindestens zwei Wochen an – und sie lassen sich nicht einfach „abschütteln“. Häufig kommen hinzu:

  • Schlafstörungen, Erschöpfung, Appetitveränderungen
  • Konzentrationsprobleme und Entscheidungsschwierigkeiten
  • Gefühle von Wertlosigkeit, Schuld oder innerer Leere
  • Grübeln und Hoffnungslosigkeit
  • Rückzug von Menschen und Aktivitäten, die früher gutgetan haben

Der Kreislauf der Depression

Wer erschöpft ist, zieht sich zurück. Wer sich zurückzieht, erlebt weniger Schönes – und die Stimmung sinkt weiter. Dazu kommen Gedanken wie „Ich schaffe das sowieso nicht“, die sich wie Wahrheiten anfühlen. Diesen Kreislauf zu verstehen, ist bereits ein wichtiger Teil der Behandlung.

Wie Verhaltenstherapie hilft

Verhaltenstherapie gehört zu den am besten untersuchten Behandlungen bei Depression. Schritt für Schritt arbeiten wir daran,

  • wieder Aktivitäten aufzunehmen, die Kraft und Freude geben
  • belastende Denkmuster zu erkennen und zu hinterfragen
  • Probleme zu lösen, die gerade unlösbar erscheinen
  • Frühwarnzeichen zu kennen und Rückfällen vorzubeugen

Bei mittelgradigen und schweren Depressionen kann eine ergänzende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Diese erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte – wir arbeiten auf Wunsch eng mit ihnen zusammen.

Wenn Gedanken an den Tod drängender werden: Sie müssen damit nicht allein bleiben. Wenden Sie sich sofort an den Notruf 112, die Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder die nächste psychiatrische Notfallambulanz. Hilfe im Notfall

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Therapie bei Depression?
Das ist sehr unterschiedlich. Oft beginnt man mit einer Kurzzeittherapie von bis zu 24 Sitzungen; bei Bedarf kann sie in eine Langzeittherapie übergehen. Wir besprechen den Verlauf regelmäßig mit Ihnen.
Muss ich für ein Erstgespräch eine Überweisung haben?
Nein. Gesetzlich Versicherte benötigen für die psychotherapeutische Sprechstunde keine Überweisung – nur die Versichertenkarte.
Was kann ich tun, bis die Therapie beginnt?
Halten Sie kleine Tagesstrukturen aufrecht, bleiben Sie mit vertrauten Menschen in Kontakt und sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Bei akuter Verschlechterung finden Sie Hilfe auf unserer Notfallseite.

Der erste Schritt darf klein sein.

Schreiben Sie uns eine kurze Nachricht oder rufen Sie in der Telefonzeit an. Wir melden uns – auch wenn wir Ihnen nicht sofort einen Platz anbieten können.