Fachbeiträge & Presse

Psychologie, verständlich erklärt

Wissen entlastet. Deshalb schreiben wir über Themen, die viele Menschen beschäftigen – in der regionalen Presse und hier in unserem Weblog.

In der Presse

Märkische AllgemeineMärkische Allgemeine Zeitung · MAZ

2 Beiträge über unsere Praxis

Bekannt aus der MAZ

„Ein Panikanfall ist nichts anderes als ein extrem massiver Spannungszustand.“

Alexander Friese in der MAZ, März 2026

Weniger Türknallen: In Falkensee gibt es eine Wutsprechstunde für Eltern und Kinder

Alexander und Jenny Friese stellen ihre Wutsprechstunde vor: Warum Wut zunächst nichts Negatives ist, wie sie Familien belasten kann – und wie Eltern und Kinder lernen, anders mit ihr umzugehen.

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Wenn die Angst einen lähmt

Eine Patientin aus Wustermark berichtet von ihren Panikattacken – und Alexander Friese erklärt, was im Körper passiert, warum ein Panikanfall ungefährlich ist und wie Verhaltenstherapie den Angstkreislauf durchbricht.

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Erschienen in der gedruckten Ausgabe, Lokales, Seite 14.

Impulse

Kurz nachgedacht

Beiträge aus unserem therapeutischen Weblog – zu großen Themen, verständlich geschrieben. Sie ersetzen keine Beratung, können aber ein erster Schritt sein.

Warum Testpsychologie in der Beurteilung von Kindern so wichtig ist

Wenn ein Kind in seiner Entwicklung Schwierigkeiten zeigt, stellen sich viele Fragen: Ist es emotional belastet, sozial isoliert? Liegt eine Lernstörung vor, eine Aufmerksamkeitsstörung – oder ist das Kind schlicht unter- oder überfordert? Oder entwickelt es sich einfach in seinem eigenen Tempo?

Eine psychologische Testdiagnostik bringt hier Klarheit. Sie ersetzt Vermutungen durch wissenschaftlich fundierte Ergebnisse und zeigt objektiv, wo ein Kind seine Stärken hat und wo es Unterstützung braucht. Herzstück ist meist eine Intelligenzdiagnostik – nicht als bloße Zahl, sondern als Profil: Wie denkt und lernt ein Kind, wie verarbeitet es Informationen, wie löst es Probleme? Der WISC-V, der internationale Standard für Kinder, unterscheidet dafür Bereiche wie Sprachverständnis, visuell-räumliche Verarbeitung, logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Dass eine Testung mehrere Stunden dauert, hat einen Grund: Standardisierte Durchführung, ausführliche Anamnese, Verhaltensbeobachtung, sorgfältige Auswertung und ein verständliches Rückmeldegespräch brauchen Zeit und Fachwissen. Besonders bei Teilleistungsstörungen wie LRS oder Dyskalkulie gilt: Schlechte Noten allein sind keine Diagnose. Entscheidend ist, ob die Schulleistung deutlich unter dem liegt, was die allgemeine Begabung erwarten lässt. Für viele Familien ist ein klarer Befund eine große Entlastung – weil er zeigt, dass es nicht an Faulheit oder mangelnder Intelligenz liegt. Mehr zur Diagnostik

— Jenny Friese, M.Sc.

Angst: Wann normal? Wann Störung?

Jeder Mensch kennt Sorgen, Unsicherheit und innere Anspannung – vor Prüfungen, wichtigen Entscheidungen oder in ungewohnten Situationen. Angst ist eine sinnvolle Reaktion des Körpers: Sie schützt vor Gefahr und macht uns aufmerksam. Zum Problem wird sie, wenn sie übermäßig stark ist, lange anhält und den Alltag zunehmend einschränkt.

Normale Angst ist an eine konkrete Situation gebunden und klingt ab, wenn diese vorbei ist. Eine Angststörung dagegen zeigt sich an Intensität, Dauer und Auswirkung: Die Angst lässt sich kaum kontrollieren, steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr – und oft entsteht Angst vor der Angst selbst. Eine Schlüsselrolle spielt das Vermeiden: Wer angstauslösende Situationen umgeht, erlebt kurz Erleichterung, lernt aber langfristig, dass die Situation gefährlich sein muss. So dehnt sich die Angst weiter aus.

Generalisierte Angst, Panikstörung, soziale Angst, spezifische Phobien und Agoraphobie treten oft gemeinsam auf – und sind alle gut behandelbar. Verhaltenstherapie hilft zu verstehen, wie Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen und Verhalten zusammenhängen, und schafft neue Erfahrungen, die die Angst dauerhaft verringern. Angststörungen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind häufig, menschlich und behandelbar. Angst & Panik behandeln

— Jenny Friese, M.Sc.

Wie erkenne ich eine Depression?

Eine Depression ist mehr als Traurigkeit. Sie entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt – auch, weil viele Betroffene weiter funktionieren: Sie gehen zur Arbeit, kümmern sich um die Familie und wirken nach außen stabil. Hinter einer freundlichen, manchmal mit Humor oder ständiger Aktivität aufrechterhaltenen Fassade stecken dann tiefe Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und innere Leere.

Kernzeichen sind eine anhaltend gedrückte Stimmung, der Verlust von Freude und Interesse sowie ein deutlicher Mangel an Energie und Antrieb. Dazu kommen häufig Rückzug, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, innere Unruhe, Schuldgefühle und ein geschwächtes Selbstwertgefühl. Das verlässlichste Zeichen ist die Hoffnungslosigkeit: die Überzeugung, dass sich nichts mehr lösen lässt und nie besser wird. Die Depression färbt den Blick auf sich selbst, auf die Welt und auf die Zukunft.

Für die Diagnose zählen nicht einzelne schlechte Tage, sondern Dauer und Intensität: Die Beschwerden bestehen fast täglich über mindestens zwei Wochen. Die gute Nachricht: Depressionen sind in der Regel gut behandelbar. In der Verhaltenstherapie werden belastende Denk- und Verhaltensmuster erkannt und Schritt für Schritt verändert; viele Menschen erleben schon durch das offene Gespräch Erleichterung. Wer quälende Gedanken hat, insbesondere den Gedanken, das Leben habe keinen Sinn, sollte sich sofort Hilfe holen – notfalls direkt im nächsten Krankenhaus. Hilfe im Notfall · Mehr zu Depressionen

— Alexander Friese, M.Sc., M.A.S.

ADHS bei Erwachsenen – tatsächliche Erkrankung oder Modeerscheinung?

Prominente, Influencer und Podcasts sprechen so offen über ADHS wie nie zuvor. Fast entsteht der Eindruck einer „Volksdiagnose“. Spiegeln die steigenden Diagnosezahlen eine bessere Erkennung wider – oder auch gesellschaftliche Trends und vereinfachte Darstellungen?

Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Unruhe, Ungeduld und Aufschieben kennt fast jeder, besonders unter Stress. In sozialen Medien werden solche Alltagserfahrungen oft als „typische ADHS-Symptome“ präsentiert – wissenschaftlich ist das problematisch, weil normale menschliche Eigenschaften pathologisiert werden. Viele ADHS-Symptome sind zudem unspezifisch und kommen auch bei Depression, Angststörungen, chronischem Stress, Schlafmangel oder Erschöpfung vor. Dauerbeschallung durch Smartphones, ständige Erreichbarkeit und hohe Leistungserwartungen tun ihr Übriges: Konzentrationsprobleme sind fast ein gesellschaftliches Phänomen geworden.

ADHS ist dennoch eine reale, ernst zu nehmende Erkrankung. Nach den gültigen Kriterien gehören dazu anhaltende Aufmerksamkeitsprobleme, ständige Ablenkbarkeit, große Schwierigkeiten beim Organisieren, ausgeprägte Vergesslichkeit trotz Hilfsmitteln, deutliche Impulsivität und anhaltende Unruhe – und zwar seit der Kindheit und mit erheblichen Beeinträchtigungen in mehreren Lebensbereichen. Gelegentliche Konzentrationstiefs reichen ausdrücklich nicht aus. Wer sich in der vollen Schwere wiedererkennt, sollte eine fachkundige Abklärung suchen: mit mehreren Testverfahren, Persönlichkeitsdiagnostik und ausführlicher Anamnese. Zur ADHS-Diagnostik

— Alexander Friese, M.Sc., M.A.S.

Warum Psychotherapie nicht durch KI ersetzt werden kann

Psychotherapie ist kein technisches Werkzeug für Symptomtipps oder Selbstoptimierung. Sie ist im Kern eine Beziehung zwischen Menschen. Seelische Not entsteht meist in Beziehungen und zeigt sich in ihnen – deshalb ist die Beziehung zwischen Therapeut und Patient so zentral.

Patientinnen und Patienten bringen alte Beziehungsmuster mit in den Raum. Die Reaktionen des Therapeuten darauf sind ein wichtiges Instrument, um diese Muster zu verstehen – etwas, das eine KI weder erleben noch reflektieren kann. In der Gruppentherapie kommt hinzu: Spiegelung in Echtzeit, Zugehörigkeit und Resonanz von mehreren echten Menschen. Die Erfahrung, Sicherheitsverhalten weglassen zu können und zu erleben, dass die anderen bleiben, wirkt besonders heilsam. Auch neurobiologisch gilt: Emotionsregulation geschieht zu einem guten Teil durch Ko-Regulation mit dem Nervensystem eines Gegenübers.

Das heißt nicht, dass KI nutzlos wäre. Sie kann informieren, strukturieren, erinnern, begleiten und die Hürde senken, sich überhaupt Hilfe zu suchen. Den beziehungsorientierten Kern der Therapie kann sie nicht ersetzen.

— Alexander Friese, M.Sc., M.A.S.

Faire Chancen für jedes Kind: der Nachteilsausgleich in der Schule

Ihr Kind strengt sich an und kommt in bestimmten Fächern trotzdem nicht voran? Dahinter steckt oft keine mangelnde Begabung, sondern eine unerkannte Teilleistungsstörung: eine klar umgrenzte Schwierigkeit beim Lesen, Rechtschreiben, Rechnen oder in der Aufmerksamkeit – bei meist durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Intelligenz. Nicht selten folgen Frust, Schulangst und ein angeschlagenes Selbstwertgefühl.

Der Nachteilsausgleich soll Chancengleichheit sichern. Er senkt die Anforderungen nicht, sondern passt die Bedingungen an: mehr Zeit bei Klassenarbeiten, Arbeiten am Computer statt mit der Hand, alternative Prüfungsformate, ein ruhiger Arbeitsplatz oder in bestimmten Fällen der Verzicht auf reine Rechtschreibbewertungen. Er wird nicht im Zeugnis vermerkt.

Grundlage für den Antrag bei der Schule ist ein fundierter psychologischer Befund. Er liefert die nötige Dokumentation, zeigt Stärken und Schwächen, gibt konkrete Empfehlungen für Schule und Zuhause – und entlastet die ganze Familie, weil die Schwierigkeiten endlich einen Namen haben. LRS- & Dyskalkulie-Diagnostik

— Praxis Friese & Kollegen

Panikattacken: Wenn Angst sich selbst verstärkt

Etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland erleben mindestens einmal im Leben eine Panikattacke; bei rund fünf Prozent davon entwickelt sich eine Panikstörung mit wiederkehrenden, unerwarteten Attacken, die den Alltag stark einschränken können. Eine Attacke kommt plötzlich, erreicht innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt und bringt Herzrasen, Atemnot oder Schwindel mit sich. Viele fürchten, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben – medizinisch lebensbedrohlich ist eine Panikattacke jedoch nicht.

Im „Teufelskreis der Angst“ schaukeln sich Körperreaktionen, Gedanken und Gefühle schnell und automatisch gegenseitig hoch. Am Anfang der Behandlung steht deshalb die Diagnostik: Liegt eine Panikstörung vor, oder spielt etwas anderes hinein? Körperliche Ursachen sollten ärztlich ausgeschlossen werden.

Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als Goldstandard; bei etwa 80 Prozent der Betroffenen bessern sich die Symptome. Bausteine sind Wissen über die Angst, das Erkennen katastrophisierender Gedanken und das Einüben realistischer Bewertungen sowie der schrittweise Abbau von Vermeidung und Sicherheitsverhalten durch gezielte Konfrontation. Mehr zu Angst & Panik

— Alexander Friese, M.Sc., M.A.S.

Ich überlege, eine Therapie zu beginnen. Und jetzt?

Früh anfangen. Wer zu lange wartet, macht es sich schwerer – auch wenn es zwischendurch Phasen gibt, in denen es besser geht.

Die Sprechstunde nutzen. Die psychotherapeutische Sprechstunde (meist bis zu drei Termine) dient der Einschätzung und Information. Sie ist noch keine Therapie. Approbierte, kassenzugelassene Therapeutinnen und Therapeuten finden Sie über das Internet, die 116 117 oder Ihre Krankenkasse; achten Sie beim Anruf auf die Telefonzeiten der Praxis und fragen Sie nach Verfahren und Zulassung.

Mehrere Sprechstunden ausprobieren. Die Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten ist einer der wichtigsten Wirkfaktoren – vertrauen Sie früh Ihrem Gefühl.

Gruppentherapie in Betracht ziehen. Sie mindert Isolation und bietet Rückmeldung von anderen; die Kombination aus Einzel- und Gruppensitzungen ist oft besonders wirksam.

Zeit einplanen. Regelmäßig kommen, die Sitzungen nachwirken lassen, Puffer rund um die Termine einplanen – und der Therapie Priorität geben. Ihr Weg zu uns

— Alexander Friese, M.Sc., M.A.S.

Grübeln: Wenn Nachdenken nicht mehr weiterhilft

Nachdenken ist hilfreich – solange es zu einer Antwort führt. Grübeln dagegen dreht sich im Kreis: „Warum ist mir das passiert? Was, wenn …?“ Die Gedanken fühlen sich an wie Problemlösen, bringen aber selten neue Erkenntnisse. Stattdessen verstärken sie Niedergeschlagenheit und Anspannung.

Ein erster Schritt ist, Grübeln als solches zu erkennen. Hilfreich ist die Frage: „Komme ich gerade einer Lösung näher – oder drehe ich mich im Kreis?“ Wer bemerkt, dass er grübelt, kann bewusst die Aufmerksamkeit lenken: auf eine Tätigkeit, auf den Körper, auf ein Gespräch. Manche Menschen legen sich auch eine feste „Sorgenzeit“ am Tag zurecht.

Wenn Grübeln über Wochen Schlaf, Stimmung und Alltag bestimmt, kann es Teil einer Depression oder Angststörung sein. Dann lohnt sich professionelle Unterstützung.

Schulangst: Woran Eltern sie erkennen

Bauchschmerzen am Morgen, Kopfweh am Sonntagabend, Tränen vor dem Schultor: Hinter körperlichen Beschwerden kann Angst stecken – vor Leistungsdruck, vor Mitschülern, vor der Trennung von zu Hause.

Eltern helfen ihrem Kind, wenn sie die Beschwerden ernst nehmen, ohne die Schule ganz zu vermeiden. Denn je länger ein Kind fehlt, desto größer wird meist die Hürde zurück. Hilfreich sind ruhige Gespräche, kleine Schritte und ein enger Austausch mit der Schule.

Halten die Beschwerden an oder häufen sich Fehltage, sollten Sie frühzeitig Unterstützung suchen. Unser Angebot für Kinder und Jugendliche

Der erste Schritt darf klein sein.

Schreiben Sie uns eine kurze Nachricht oder rufen Sie in der Telefonzeit an. Wir melden uns – auch wenn wir Ihnen nicht sofort einen Platz anbieten können.